Gestern war es nun also endlich soweit: Driver San Francisco hat seinen Weg in die Regale der Händler gefunden. Wir haben uns die Xbox 360 Version geschnappt und unsere ersten Runden im Einzelspieler-Modus gedreht. Ein ausführlicher Test erwartet euch in den kommenden Tagen. An dieser Stelle wollen wir euch aber schonmal unsere ersten Eindrücke wiedergeben.
Die ersten 30 bis 60 Minuten waren uns ja schon aus diversen Gameplay-Videos bekannt. Insofern gab es da keine großen Überraschungen. Auch das Gameplay konnten wir schon ausführlich in der Demo antesten (s. Test zur Demo). Also konzentrieren wir uns auf das, was wir bis dato noch nicht gesehen haben.
Bisher sind etwa 20 % der Story abgeschlossen. Da die Stadt aber immer wieder zum entdecken einlädt, haben wir natürlich auch diverse Nebenaufträge gespielt. Überrascht hat uns hier die spielerische Abwechslung. Auch nach mehreren Spielstunden wurde es nicht langweilig. Obwohl sich Aufträge eines Missionstyps in ihrer Grundstruktur ähneln, hat man dennoch versucht die Missionen abwechslungsreich zu gestalten. Gut gefallen haben uns die diversen am Anfang der Missionen erzählten Mini-Geschichten. Diese werden mit viel Humor und guter deutscher Vertonung erzählt. So wird dem Spieler der Eindruck eines lebendigen San Francisco's vermittelt, deren Bewohner wir belauschen dürfen. Auch während der eigentlichen Aufträge reagieren die Personen immer wieder mit witzigen Sprüchen. Das passiert auch ab und an außerhalb der Missionen. Immer wieder trifft man auf Beifahrer, die Tanners Fahrkünste kommentieren. Leider wiederholen sich die Sprüche nach einiger Zeit.
Die Story-Missionen sind durchweg gut in Szene gesetzt. Rendersequenzen und Ingame-Grafik wurden gekonnt zusammengeschnitten, Dialoge hochwertig vertont. Die deutschen Stimmen passen perfekt zu den Charakteren. Und auch bei den Nebencharakteren erkennt man immer wieder mal die ein oder andere bekannte Synchronstimme. Inhaltlich kommt die Story leider nur schwer in Fahrt, konnte uns bis jetzt aber trotzdem zum Weiterspielen motivieren. Andererseits können wir, da wir ja erst ein gutes Viertel gespielt haben, sicher noch einiges mehr erwarten. Leider ist die Geschichte von Tanner's Koma immer noch gewöhnungsbedürft. Man merkt der Story an, dass Entwickler Reflections versucht hat, Shift irgendwie einzubauen, dabei aber so seine liebe Not hatte. Skeptikern sei aber eines gesagt: Auch wenn die Story komisch daherkommt, lohnt es sich trotzdem ihr zu folgen. Die Präsentation ist durchweg sehr stimmig und Shift macht letztlich alles wieder gut.
An der Grafik hat sich im Vergleich zur Demo nichts mehr getan. Matschige Texturen auf der einen Seite, geschmeidige 60 FPS und sehr hübsche Fahrzeuge auf der anderen Seite. Die Action sorgt aber letztlich dafür, dass man von den schlecht aufgelösten Texturen nicht mehr viel mitbekommt.
Die Fahrzeugvielfalt hat uns schon jetzt begeistert. Wie ein kleines Kind freut man sich, wenn man ein bestimmtes Fahrzeug freigespielt hat und es aus der Werkstatt fahren darf. Die Autos motivieren einen auch dazu die diversen Aktivitäten und Mutproben auszuprobieren. Denn so gelangt man auch an die seltenen Karossen. Man merkt dem Spiel einfach an, dass hier Autonarren am Werk waren.
Getestet wurde auch der Filmregisseur. Allerdings haben wir noch kein Replay selber zusammengeschnitten, sondern stattdessen die sehr gute Automatik-Funktion genutzt. Das Ergebnis war schon recht ansehnlich. Wir sind uns sicher, dass allein dieser Modus wieder monatelangen Spielspaß garantiert.
Ebenfalls nur kurz angespielt haben wir den Multiplayer-Modus. Da am Anfang allerdings nur die beiden aus der Demo bekannten Modi Spurleger und Fangen freigespielt sind, konnten wir uns hier noch keine abschließende Meinung bilden.
Fazit
Driver San Francisco macht fast alles richtig. Es ist in fast allen Belangen wieder ein echtes Driver: Hübsche Fahrzeuge, tolle Fahrphysik, schönes Schadensmodell, tolle Soundeffekte, filmisch präsentierte Story, Regisseur-Modus. Hinzu kommen diverse Neuerungen, die Driver endlich auch spielerisch ins neue Jahrtausend katapultieren. Allen voran steht natürlich Shift. Das neue Feature funktioniert tadellos und erweckt die Serie und das Rennspielgenre zu neuem Leben. Schon nach dem ersten Tag hat uns das Spiel an vielen Stellen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Shift gelehrt. Wir können uns noch nicht ausmalen, was man noch alles damit anstellen kann. Shift macht den Unterschied - nicht nur im Vergleich zu anderen Action-Rasern, sondern auch zu den Driver-Vorgängern. Driver San Francisco kehrt zwar zu den Wurzeln der Serie zurück, besitzt jedoch trotzdem einen ganz eigenen Charakter. In dieser Hinsicht ist Driver San Francisco einzigartig und trotz kleinerer Mängel zu Recht ein ehrwürdiger Vertreter der so lange geschundenen Spieleserie.





















